Vision

Die Kulturstadt Linz des Jahres 2035 versteht sich als offene, demokratische und zukunftsorientierte Stadtgesellschaft. Kunst und Kultur sind selbstverständlicher Teil des urbanen Alltags. Sie stärken ein respektvolles Miteinander und die Resilienz der Bewohner*innen. Linz lebt von kultureller Veränderung und Vielfalt. Geprägt von der Identität als Stadt der Arbeit, Industrie, Wirtschaft und Kultur stellt sich Linz selbstbewusst gesellschaftlichen Entwicklungen und meistert Krisen mit Innovationsgeist, Gestaltungswillen und Tatkraft.

Kennzeichnend für Linz ist eine lebendige Kulturlandschaft, die soziale Gerechtigkeit, gesellschaftliche Diversität und ökologische Verantwortung miteinander verbindet. Gute Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und eine ausreichende Finanzierung sind wichtige Grundlagen im Linzer Kunst- und Kulturbereich. Alle Institutionen, Initiativen und Personen leben einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und teilen diese partnerschaftlich. Linz gilt international als gelungenes Beispiel für #Green Culture. Nachhaltigkeit wird dabei ökologisch, sozial und ökonomisch verstanden und prägt den Betrieb von Kulturorganisationen ebenso wie kulturelle Alltagspraktiken in der Stadt.

Kulturelle Bildung beginnt hier von klein auf und reicht bis ins hohe Alter. Angebote im Kunst- und Kulturbereich werden von Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe selbstverständlich genutzt. Sämtliche Linzer Kultureinrichtungen verstehen sich als einladende Orte, die unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Sie ermöglichen diskriminierungsfreien Zugang, unabhängig von individuellen Lebenslagen, Geschlecht, Herkunft und Alter. Kultur entsteht durch alle und für alle.

Der gesamte Stadtraum wird als kultureller Möglichkeitsraum genutzt, in dem sich Menschen wohl und sicher fühlen. Hochwertige Architektur und verantwortungsvolle Baukultur sind zentrale Bestandteile einer Stadtplanung, die Kunst und Kultur systematisch einbezieht. Öffentliche Plätze, bestehende Infrastrukturen und ungenutzte Leerstände werden zugänglich gemacht und kulturell vielfältig genutzt. Kulturelle Orte und Aktivitäten verteilen sich ausgewogen über das Zentrum und die Stadtteile und stärken die Präsenz von Kunst und Kultur – insbesondere in den Lebensräumen im #Linzer Süden.

Öffentliche Kulturinstitutionen und die freie Kunst- und Kulturszene arbeiten transparent, durchlässig und offen zusammen. Sie lernen voneinander, gehen mutig Risiken ein und entwickeln Formate stetig weiter – bestehende ebenso wie neue. Der starke Fokus auf zeitgenössische Kunst in hoher Qualität zeigt sich in Museen, Theatern, Konzerthäusern, Clubs, Kunsträumen, Galerien und Festivals. Die Kulturstadt Linz setzt dabei auf ein kontinuierliches Zusammenspiel aus experimentellen Impulsen, etablierten künstlerischen Ausdrucksformen, urbaner Alltagskultur und zeitgenössisch gelebten Traditionen.

Kinder und Jugendliche sind nicht nur das Publikum der Zukunft, sondern gestalten die Gegenwart aktiv mit. Sie werden frühzeitig in kulturelle Entscheidungsprozesse eingebunden und finden Räume der Mitbestimmung und Selbstermächtigung. Linz bietet vielfältige Orte, an denen sich junge Menschen kulturell und künstlerisch entfalten können. Das breite Spektrum altersgerechter Kulturangebote ist Kindern, Jugendlichen, Eltern und pädagogischen Fachkräften gut bekannt.

Ein kompetenter und reflektierter Umgang mit Digitalität und künstlicher Intelligenz ist integraler Bestandteil kultureller Bildung. In Bildungs-, Wissenschafts- und Kultureinrichtungen wird inter- und #transdisziplinär zusammengearbeitet. Neue Medien und Technologien werden kritisch erforscht, visionär als Chance für die Zukunft gestaltet und verantwortungsvoll eingesetzt. Die UNESCO City of Media Arts stärkt die internationale Sichtbarkeit von Linz als Stadt der Medienkunst.

Linz tritt als europäisch vernetzte Kulturstadt – nicht zuletzt als Stadt Anton Bruckners und ehemalige Kulturhauptstadt Europas – nach innen wie nach außen selbstbewusst auf. Neben international etablierten Bezugspunkten wie Ars Electronica, Brucknerfest, Pflasterspektakel oder Lentos Kunstmuseum setzt der Kulturtourismus bewusst auch auf weniger bekannte Orte, überraschende Perspektiven und unerwartete Begegnungen. Linz wird über die Stadtgrenzen hinaus als attraktiver Lebensmittelpunkt für Künstler*innen, Kulturarbeiter*innen und Kreative wahrgenommen – als Stadt, die ihre Geschichte und Gegenwart in einer zukunftsorientierten Kulturpolitik verbindet, #Inklusion, #Diversität und Teilhabe strukturell stärkt und kulturelle Weiterentwicklung als gemeinsame Gestaltungsaufgabe begreift.

Die wechselvolle Geschichte der Stadt ist untrennbar mit einer aktiven, sichtbaren und kritischen Erinnerungskultur verbunden. Sie bildet eine zentrale Grundlage des kulturellen Selbstverständnisses von Linz. Die Stadt setzt sich konsequent mit ihrem nationalsozialistischen Erbe auseinander und vertritt eine klare Haltung gegen Faschismus, Rassismus und Antisemitismus. Erinnerung wird verantwortungsvoll gestaltet und bezieht unterschiedliche biografische, soziale und migrationsgeprägte Erfahrungen der Stadtgesellschaft aktiv ein. Linz nimmt seine Rolle als engagierte Friedensstadt ernst und versteht kulturelles Handeln als Beitrag zu Demokratie, Dialog und gesellschaftlichem Zusammenhalt.