Claudia Hutterer

Zu deiner Person. Geburtsdatum und Geburtsort?

Claudia Hutterer: Linz, 7. Februar 1968.

Lebst du in Linz?

Claudia Hutterer: Nein, ich lebe am Land, 30 Kilometer von Linz entfernt. Ich habe eine lange Zeit in Linz gelebt und auch in Wien.

Welche kunst- und kulturbezogenen Aktivitäten und Funktionen übst du derzeit aus?

Claudia Hutterer: Momentan nur meinen Beruf. Ich habe seit Oktober die Leitung der KinderKreativUni an der Kunstuniversität in Linz und bin aber auch freiberuflich als Kultur- und Kunstvermittlerin tätig. Derzeit in Volksschulen mit einem speziellen Projekt.

Welches Projekt ist das?

Claudia Hutterer: Das Projekt ist für drei Schultage angelegt und ich habe es gemeinsam mit zwei Kolleginnen, Martina Kornfehl und Marie-Therese Strasser, konzipiert. Es geht um die Entwicklung und Förderung von sozialer Kompetenz über Kreativität und Körperarbeit in der Schule. Es handelt sich um ein Pilotprojekt und wir führen es in unterschiedlichen Volksschulen durch. Es ist ein sehr spezifisches Vermittlungsprojekt, würde ich sagen.

Wie würdest du deine eigene Tätigkeit am ehesten bezeichnen? Kunst- und Kulturvermittlerin und Leiterin der KinderKreativUni?

Claudia Hutterer: Ja, das passt.

Die KinderKreativUni gibt es seit wann?

Claudia Hutterer: Die gibt es jetzt seit Oktober 2010. Es ist ein Nachfolgeprojekt des Kinderateliers von Gerti Pilar, die über 40 Jahre lang an der Kunstuniversität gearbeitet hat. Die KinderKreativUni hat ein neues, von mir entwickeltes, Konzept. Wir bieten Kurse für Kinder an und entwickeln kreativitätsbildende Methoden. Ziel ist es, diese Methoden an die Basis zu bringen. Sprich in die Ausbildung, in die Schulen, in die Institutionen wie Horte und Kindergärten. Ausgangspunkt meiner Überlegungen war ein Blick auf das Leben unserer Kinder. Anweisungen von Erwachsenen sind im Leben unserer Kinder mittlerweile fast überall gegenwärtig. Nicht nur in der Schule, auch im Freizeitangebot der Kinder. Im Sportverein, auch in der musikalischen Förderung. Es gibt kaum Räume für Kinder, in denen sie sich selbstständig bewegen können. Mein Ansatz ist ganz einfach, Kreativitätsbildung ist für mich das Schaffen von Handlungsräumen, die Kindern über gestalterische Prozesse den Zugang zu eigenständigen und selbstbestimmten Ausdrucksformen ermöglichen. Malen, Formen, Bauen bilden den Rahmen. Was braucht es dazu? Größtenteils müssen Kinder wieder lernen sich frei zu bewegen, eigenen Entscheidungen zu treffen und dabei kommen viele Fragen auf: Was tue ich, was will ich, wie löse ich was? Und das erfordert ein gewisses Setting, einen Rahmen, indem sich Kinder in diesen Punkten wieder erproben können. Zwei – und dreidimensionales Gestalten bilden dabei einen idealen Rahmen für Kinder. Genau in dem Segment arbeite ich jetzt. Und diese Arbeit erfordert Kontinuität. Darum arbeiten wir in der KinderKreativUni aufbauend und langfristig mit Kindern. In diesem Punkt unterscheiden wir uns beispielsweise von der KinderuniKunst, einem sehr großen Projekt, das im Sommer in Wien stattfindet. Sehr viele Kinder haben die Möglichkeit unterschiedliche Workshops zu besuchen. Das finde ich eine ganz tolle Sache, es steht aber ein anderes Konzept dahinter. Wir haben momentan ca. 36 Kinder, die wir kontinuierlich einmal in der Woche für 1,5 Stunden bei uns haben. Aber auch unsere Weiterbildungsangebote werden immer mehr gefragt. Unseren Zugang an MultiplikatorInnen zu vermitteln ist uns sehr wichtig.

Ist das die hauptsächliche Zielgruppe der KinderKreativUni, Kinder im Alter von …?

Claudia Hutterer: Kinder im Alter von 5 bis 12, 13 Jahre. Wir sind wirklich im Kinderbereich tätig.

Über Linz hinaus oder ist das auf Linz beschränkt?

Claudia Hutterer: Wer kommt, der kommt. Wir haben Kinder in unseren Kursen von Gramastetten über Gallneukirchen bis Enns. Sie kommen je nachdem, wie intensiv das Bedürfnis des Kindes ist, im gestalterischen Bereich etwas zu tun. Oft rufen Eltern, aber auch Großeltern bei uns an und berichten und von ihren Kindern, die sich die ganze Zeit nur mit malen oder basteln beschäftigen. Sport oder das Erlernen eines Musikinstrumentes interessiert viele dieser Kinder weniger. Natürlich suchen diese Eltern für die Neigungen ihrer Kinder entsprechenden Angebote. Und da müssen sie zu uns an die Kunstuniversität kommen, weil es sonst kaum etwas gibt.

Welchen künstlerischen Disziplinen werden hauptsächlich bearbeitet?

Claudia Hutterer: Unser Werkzeug ist das Malen, das freie Malen, Bauen und Formen.

Wo ist die KinderKreativUni situiert?

Claudia Hutterer: Die KinderKreativUni ist in der Sonnensteinstraße, im 4. Stock. Unser Arbeitsraum ist der Aktsaal und ein eigenes Malatelier. Unsere Weiterbildungen finden größtenteils auf der Kunstuniversität satt, da wir optimale Raumbedingungen haben. Zum Beispiel führen wir Weiterbildungen für LehrerInnen der Pädagogischen Hochschule durch und Zertifikatsweiterbildungslehrgänge für Horterzieherinnen und Kindergärtnerinnen.

Gibt es in Bezug auf die vorhandene räumliche und technische Infrastruktur aktuell einen Handlungsbedarf, d. h. den Wunsch nach quantitativer Erweiterung oder qualitativer Verbesserung?

Claudia Hutterer: Es wäre schön irgendwann mal weitere Kurse anbieten zu können. Der Bedarf ist vorhanden. Ich habe viele Kinder auf der Warteliste.

Wie viele Personen sind bei der Einrichtung beschäftigt? Bist du derzeit alleine?

Claudia Hutterer: Nein, wir sind zu dritt. Wir haben drei Kurse und jede bzw. jeder von uns leitet einen Kurs. Wir kommen aus unterschiedlichen Disziplinen und ergänzen uns da recht gut. Ich habe zusätzlich noch 16 Stunden. In dieser Zeit kümmere ich mich um KooperationspartnerInnen, um Weiterbildungsangebote und darum ProjektpartnerInnen zu finden. Es ist noch ein junges Projekt, aber es entwickelt sich viel und das sehr schnell. Es ist offensichtlich ein Nachholbedarf in diesem Segment vorhanden.

Über die kulturelle Entwicklung, Situation und Zukunft von Linz. Kurzes Assoziationsspiel: Welche Begriffe fallen dir ein, wenn du an „Kulturstadt Linz“ denkst?

Claudia Hutterer: Wenn ich an Zukunft denke, fällt mir sofort ein Kindermuseum ein. Ich würde Linz und den oberösterreichischen Familien ein gutes Kindermuseum wünschen. Ebenso gut bezahlte Vermittler, fundierte Ausbildung in der Vermittlungstätigkeit und ein besseres Image für die Kunst- und KulturvermittlerInnen.

Wenn du die letzten zehn Jahre, also die Jahre 2000 bis 2010, betrachtest: Was lief deiner Meinung nach besonders gut in der kulturellen Entwicklung der Stadt Linz?

Claudia Hutterer: Aus der Kinderkulturperspektive möchte ich wirklich äußerst positiv das Schäxpir-Festival erwähnen, das sich in den letzten zehn Jahren entwickelt und sehr gut etabliert hat. Es ist ein klares Bekenntnis und damit eine Aufwertung, der Kinderkultur, Geld in die Hand zu nehmen und damit ein professionelles Festival zu gestalten. Im allgemeinen befindet sich die Kinderkultur, im Gegensatz zur Kultur für Erwachsene im unteren Segment. Offensichtlich haben Kinder weniger Lobby. Ist zwar sehr kurzfristig gedacht, aber eine Tatsache. Das Schäxpir-Festival ist einfach ein Zeichen, dass auf wirklich hohem Niveau dem Klientel Respekt ausdrückt, aber auch den KünstlerInnen, die sich darum kümmern. Ich halte das für ein wichtige Zeichen, da leider auch die KünstlerInnen, die sich professionell mit Kinderkultur auseinander setzen oft in der Hierarchie unter jenen KünsterInnen stehen, die Kultur für Erwachsene machen. Das Schäxpir-Festival vermittelt klar: Kinderkultur ist ganz wichtig, wir schätzen die KünstlerInnen, die sich damit beschäftigen und wir schätzen unsere Klientel. Das ist doch ein tolles Zeichen. Auch auf der Vermittlungsebene, in diesem Fall die Theaterpädagogik, wird professionell gearbeitet.

Gibt es sonst irgendetwas, wo du sagen würdest, dass in den letzten zehn Jahren gut gelaufen ist?

Claudia Hutterer: Ja, Crossing Europe natürlich, das ist ein sehr tolles, wichtiges Statement. Passt auch sehr gut zu Linz finde ich.

Obwohl es da wenig für Kinder und Jugendliche gibt.

Claudia Hutterer: Stimmt. Da gehört natürlich auch mehr Geld in die Hand genommen. Denn an guten Kinderfilmen und Vermittlungsangeboten mangelt es nicht.

Und mit welchen kulturellen Entwicklungen der letzten zehn Jahre bist du überhaupt nicht zufrieden?

Claudia Hutterer: Die Freie Szene wurde ausgehöhlt. Die Kulturinstitutionen sind größer und mehr geworden. Vor allem überstrahlen sie alles andere, im wahrsten Sinn des Wortes. Das hat der kulturellen Entwicklung von Linz nicht nur gut getan. Leider hat auch Linz09 die freie Szene nicht unterstützt. Im Bereich der Kinderkultur hat man zwar durch das Schäxpir – Festival ein Zeichen gesetzt, aber es ist bei diesem einen Zeichen geblieben.

Stichwort Linz09. Du warst ja selbst bei einem Projekt zentral involviert. Kannst du ein kurzes Resümee von Linz09 geben, anhand von höchstens drei Punkten?

Claudia Hutterer: Linz09 war ein Paukenschlag und der ist auch schon verklungen. Leider ist es auch in Linz Realität geworden, wie in vielen anderen Kulturhauptstädten auch, dass man zwar über die Nachhaltigkeit als wichtiges Ziel gesprochen hat, aber mehr war es nicht. Diese Tatsache war für mich unfassbar – das möchte ich anhand von einem Beispiel festhalten, wie kurzfristig man denken kann. Wie man unglaublich viel Geld in die Hand nimmt, um es in großartige Projekte zu investieren, um diese nach dem Kulturhauptstadtjahr dann einfach sterben zu lassen. Diese kurzfristige Art des Denkens, Budgetierens und Handelns, verstehe ich nicht. Das Akustikon ist nur ein Beispiel von vielen, wenn auch ein besonders trauriges für mich persönlich. Es wurden viele kreative und finanzielle Ressourcen über sehr lange Zeit in dieses Projekt investiert, um es dann sozusagen von einem Tag auf den anderen zu vernichten. Das ist unglaublich. Und das war leider kein Einzelfall. Ebenso das Projekt das ich geleitet habe, der Kinderpunkt. Über 100 Personen haben dieses Angebot am Hauptplatz täglich genutzt. Ein sehr ansprechend gestalteter Raum, der zum Verweilen, Spielen, Essen, Wickeln und Rasten eingeladen hat, ohne Konsumzwang. Um dieses so wichtige Angebot für Familien zu erhalten, hätte es pro Jahr knappe 30.000 Euro gebraucht, die Investitionskosten waren natürlich ungemein viel höher. Jetzt steht der Raum auf dem Hauptplatz noch immer leer. Also die Nachhaltigkeit hat überhaupt nicht funktioniert. Über geblieben ist viel Frustration, vor allem von den Leuten, die aktiv an den Projekten beteiligt waren. Der Kinderpunkt ist auch daran gescheitert, dass es kaum eine Lobby für Kinderkultur gibt. Politiker nehmen Kinder unheimlich gerne in den Mund, aber mehr war es nicht. Es hat sich niemand gefunden, der sich für den Kinderpunkt stark gemacht hätte. Es hat sich offensichtlich auch niemand von den Politikern persönlich da drinnen gesehen und gesagt, das ist es wert. Der Kinderpunkt hätte im laufenden Betrieb vergleichsweise wenig gekostet und auch das war zuviel.

Linz09 hätte bzw. hat auch dazu beigetragen, dass sich Linz als Kulturstadt positioniert. Inwieweit glaubst du, dass Linz international als Kulturstadt wahrgenommen wird? Und welche geografische Reichweite hat die internationale Wahrnehmung deiner Meinung nach?

Claudia Hutterer: Linz wird sicher als Kulturstadt wahrgenommen, weltweit, in einem ganz kleinen Segment, nämlich im Segment der Computerkunst. Aber das ist halt eine kleine Community. Sonst würde ich sagen, bleibt es eher lokal oder national.

Womit kann Linz deiner Meinung nach im österreichischen Städtewettbewerb punkten, vor allem im Vergleich zu ähnlich großen Städten wie Graz, Salzburg oder Innsbruck?

Claudia Hutterer: In der zeitgenössischen Kunst. In Linz haben wir viele Häuser, die sich der zeitgenössischen Kunst annehmen.

Wie schätzt du den Stellenwert von Hochkultur in Linz ein?

Claudia Hutterer: Hochkultur hat einen hohen Stellenwert und das Angebot wächst stetig. Der Neubau des Musiktheaters ist ein klares Zeichen. Wobei die Grenzen der Hochkultur nicht immer einfach zu ziehen sind. Manchmal grenzen beispielsweise Präsentationen von zeitgenössischer Kunst an die Hochkultur, aber auch vermehrt an die Volkskultur.

Wie schaut der Stellenwert von Subkultur bzw. Alternativkultur in Linz aus, deiner Meinung nach?

Claudia Hutterer: Aus meiner Wahrnehmung gibt es heute weniger Subkultur als vor 30 Jahren in Linz. Sie hat sich natürlich verändert und funktioniert anders als damals.

Und wie sieht es mit der Volkskultur aus in Linz?

Claudia Hutterer: Was die Volkskultur in Linz betrifft, gab und gibt es ja immer wieder spannende Verknüpfungen mit Projekten von Künstlern und Künstlerinnen aus verschiedenen Disziplinen, bzw. Festivals. Das hat bereits Tradition und bringt immer wieder interessante Synergien hervor. Wenn ich an Volkskultur in Linz denke, dann fallen mir die Stadtteilkulturprojekte ein und auch das Projekt Bellevue von Linz09. Die Volkshäuser, als Standorte, hätten noch mehr Entwicklungspotential, auch in Richtung Kinderkultur. Ja, das wäre auch ein interessanter Ansatz für ein Projekt der KinderKreativUni. Sonst beschränken sich meine Berührungspunkte mit der Volkskultur auf das Volksfest Urfahrmarkt, falls ich mal mit den Kindern hingehen muss.

Wenn du einzelne künstlerische Disziplinen wie Malerei und Grafik, Tanz, Theater, Musik, Literatur, Film, Fotografie usw. betrachtest: Wo würdest du meinen, wäre in der Stadt noch besonderes Entwicklungspotenzial vorhanden?

Claudia Hutterer: Linz hat ein musikalisches bzw. akustisches Entwicklungspotential. Wir haben interessante zeitgenössische Musiker und Komponisten und die Linzer Charta – Projekt Hörstadt – die ja über Linz hinaus Modellcharakter hat. Nach Linz 09 wäre da eine riesige Chance gewesen dieses Potential für die Stadt Linz auszunützen. Auch der zeitgenössische Film im Zusammenhang mit Crossing Europe hat meiner Meinung nach noch Entwicklungspotential.

Welche drei thematischen Schwerpunkte mit Kunst- und Kulturbezug werden zukünftig die größten Herausforderungen für die Stadt darstellen?

Claudia Hutterer: Das erste ist natürlich die finanzielle Situation, die ja momentan den Kunst- und Kulturbetrieb belastet. Das ist natürlich eine sehr große Herausforderung. Freien KünstlerInnen und KünsterInnengruppen die Rahmenbedingungen zu erleichtern. Und dann natürlich, ganz klar, Kunstvermittlung und Kinderkultur.

Zu den Themenbereichen, zuerst zur Kunst- und Kulturvermittlung. Inwieweit bist du mit dem derzeitigen Angebot an Kunst- und Kulturvermittlung in Linz zufrieden? Was gefällt dir besonders gut? Und was überhaupt nicht?

Claudia Hutterer: Besonders gefällt mir, dass sich in den letzten fünfzehn Jahren Kunst- und Kulturvermittlung überhaupt ein Thema geworden ist, was es ja vorher nicht war. Wenn man heute einen Folder von irgendeiner Kultureinrichtung, einer Ausstellung, einem Museum ansieht, ist Kunst- und Kulturvermittlung ein zentrales Angebot, das bereits gut ausgebaut ist. In der Praxis funktioniert Kunst- und Kulturvermittlung oft als gelungene PR-Maßnahme, wo die inhaltliche Qualität nicht immer im Vordergrund steht. Das liegt aber in der Regel nicht am Vermittlungspersonal, sondern an den geringen Ressourcen, bzw. an den Rahmenbedingungen und vor allem am Stellenwert der Kulturvermittlung im Gesamtsystem Museum. Und genau an diesem Punkt tut sich eine Kluft auf: klares Bekenntnis zur Kultur- bzw. Kunstvermittlung nach außen, wenig Stellenwert nach innen. Wirft man einen Blick in den angelsächsischen Raum, dann haben wir an den Museen eigene Abteilungen für Kunst- und Kulturvermittlung, die in der Größe des Lentos beispielsweise, vier Vollzeitbeschäftigte und einen fixen Pool an Freelance worker haben. Allen Kunst- und KulturvermittlerInnen werden regelmäßig Weiterbildungen angeboten und die VermittlerInnen bringen viele unterschiedliche Einflüsse aus ihren Quellenberufen mit. Mit solchen Voraussetzungen kann sich die Kunst- und Kulturvermittlung auch inhaltlich weiterentwickeln. Was den Stellenwert innerhalb des Systems betrifft ist zu sagen, dass DirektorIn, KuratorIn und VermittlerIn für die Entwicklung der Ausstellungen zuständig sind. An diesem Punkt haben wir großen Aufholbedarf.

Warum glaubst du, dass das so ist?

Claudia Hutterer: Das hat einfach mit der historischen Entwicklung zu tun. Erst seit den 1960ziger Jahren wurde in Deutschland die Museumspädagogik teilweise in Museen integriert. Der bildungspolitische Ansatz war, das Museum für „alle“ als Bildungsstätte zu öffnen. So gesehen ist ja die Museumspädagogik eine vergleichsweise junge Disziplin im musealen Kontext. In Österreich wurde übrigens der Begriff Museumspädagogik, in den 1990-Jahren vom Begriff Kunst- und Kulturvermittlung, abgelöst. In der Kunst- und Kulturvermittlung geht es nicht ausschließlich um Wissensvermittlung. Darum erfordert dieser Beruf kreative Köpfe, um intelligente Programme und Zugänge zu unterschiedlichen Themen für verschiedene Zielgruppen zu legen. Wir lernen eben mit allen Sinnen. Das bestätigt mittlerweile auch die Gehirnforschung. Kunst- und Kulturvermittler müssen kreatives Potential und einen guten sozialen Umgang mit Menschen mitbringen. Leider beobachte ich in letzter Zeit verhäuft, das der Fokus an den Linzer Museen wieder mehr auf der Wissensvermittlung liegt und das Quantität vor Qualität kommt. Das empfinde ich als enormen Rückschritt! Wirft man einen Blick auf Kindermuseen, dann kann man in vielen Fällen einen interessanten Vermittlungsansatz entdecken, der vom Objekt ausgeht und nicht nur für Kinder relevant ist. Die Kunst- und Kulturvermittlung in unseren Museen, könnte enorm vom Erkenntnisstand einiger Kindermuseen profitieren. So lange unsere Linzer Museen aber für zwei große und ein kleines Haus, nur eine vollzeitbeschäftigte Kunst- und Kulturvermittlerin hat, die natürlich einen großen Pool an freiberuflichen MitarbeiterInnen zu organisieren hat, kann sich die Kunst- und Kulturvermittlung nicht weiterentwickeln. Im Gegenteil, unter solchen Bedingungen ist es schon ein enormer Kraftakt den reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Auch in den Linzer Landesmuseen wurde erst kürzlich die Stelle einer vollzeitbeschäftigten Kunst- und Kulturvermittlerin auf 20 Stunden reduziert. Da kann es nicht verwunderlich sein, dass wir in Linz in der Praxis wieder auf Vermittlungsmethoden stoßen , die bereits in den 1990-Jahren als überholt galten.

Also ein Rückschritt in vielen Punkten, aber ich glaube, wenn ich das zwischen den Zeilen richtig interpretiere, vor allem in der fehlenden Methodenentwicklung, oder?

Claudia Hutterer: Genau. Es gibt keine Ausbildungen, bzw. kein einschlägiges Studium. Es gibt zwar einen Lehrgang an der Universität für angewandte Kunst, der aber sehr teuer ist. Das ist aber noch nicht das Hauptproblem. Es gibt einschlägige Weiterbildungen, gute Literatur und es gibt einen Stab an sehr kompetenten Kunst- und Kulturvermittlern in Linz, die viel Praxis haben. Nur werden die nicht ausreichend honoriert und können auch immer weniger ihre Ideen platzieren und umsetzen, bzw. andere, weniger erfahrene VermittlerInnen einschulen. Ich habe punktuell immer wieder mit VermittlerInnen zu tun, die bereits über Jahre Vermittlungsprogramme durchführen, die niemals eine Einschulung didaktischer Natur erfahren haben. Wenn die Institutionen keinen Wert auf die Einschulung des Personals legen, und damit ihr Personal auch keine Minimalanforderung an theoretischem Wissen und praktischen Methoden die Vermittlung betreffend vorzuweisen hat, dann kann Qualität in der Vermittlung kein relevantes Thema sein. Das ist sehr kurzfristig gedacht und an der falschen Stelle gespart, denn die Kunst- und Kulturvermittlung arbeitet direkt mit dem Besucher und der BesucherIn und ist somit das Aushängeschild des Museums bzw. der Institution schlechthin.

Du sagst, es ist sehr stark an die Häuser gebunden. Mich würde interessieren, wie du die Verbindungen dieser Häuser hinsichtlich der Kunst- und Kulturvermittlung einschätzt, also die Vernetzung der Kunst- und KulturvermittlerInnen in Linz? Könnte da etwas verbessert werden?

Claudia Hutterer: Da gibt es einige Ansatzpunkte. Es könnten gemeinsame Weiterbildungen angeboten werden, die ReferentInnen dafür gemeinsam bezahlt werden bzw. ein Wissens- und Erfahrungstransfer unter den einzelnen Häusern stattfinden. Wichtig dabei ist natürlich, dass vor allem auch die auf Honorarbasis arbeitenden Kultur- und KunstvermittlerInnen mit eingebunden sind.

Also eine Weiterbildungsoffensive für Kunst- und KulturvermittlerInnen, die häuserübergreifend ist, auch von den Methoden her, eine Methodenschulung?

Claudia Hutterer: Ja, sicher. Ich denke es ist auch nicht immer notwendig von außen jemanden zu holen. Ich meine, es gibt in den Häusern unterschiedliche, befähigte Leute, die wirklich gut sind und ihr Wissen weitergeben können. Trotzdem ist es auch wichtig, immer wieder mal über den eigenen Tellerrand zu blicken und jemanden von außen kommen zu lassen. Auch der Austausch mit anderen Kunst- und Kulturvermittlungsabeilungen außerhalb Österreichs wäre eine Bereicherung.

Es muss auch ein Einstiegsszenarium für NeueinsteigerInnen entwickelt werden. Die Fluktuation des Vermittlungspersonals ist generell ein Thema. Für viele ist die Vermittlungsarbeit eine Art Übergangsjob, da die Rahmenbedingungen ungünstig sind: keine Aufstiegschancen, geringer finanzieller Anreiz, sehr wenig Anerkennung von Seiten des Arbeitgebers, immer wieder viel Einarbeitungsarbeit. Viele sind aber trotzdem dabei geblieben und haben ihr Herz an die Vermittlung verloren, auch das gibt es, weil der Beruf sehr schöne Seiten hat: vielseitig, kreativ, immer neue Anreize und das Feedback der BesucherInnen.

Abgesehen von den Häusern, inwieweit sollte die Stadt Linz besondere Anreize schaffen, um die Kunst- und Kulturvermittlung zu verbessern? Inwieweit würde zum Beispiel die Einführung eines eigenen Preises für Kunst- und Kulturvermittlung helfen?

Claudia Hutterer: Die Einführung einen Preises für Kunst- und Kulturvermittlung würde meiner Meinung die Qualität nicht zwingend verbessern, denn in der Präsentation mangelt es nicht. Ich denke es wäre ein erster Schritt, wenn die Stadt Linz für ihre freiberuflichen Kunst- und Kulturvermittler erstmals Weiterbildungen anbietet und finanziert und in zweiter Instanz Geld für innovative Kunst- und Kulturvermittlung bindet.

Und welche neuen Formate der Kunst- und Kulturvermittlung benötigt es in Linz? Ich würde sagen, nicht zuletzt im Rahmen von Linz09 hat es einige Ansatzpunkte gegeben, die Kulturlotsinnen fallen mir als erstes ein, wenn es um Neues, um das Ausprobieren von neuen Formaten geht. Auch im Rahmen von Schulvermittlungsprogrammen, „I like to move it move it“, wo es neue Ansätze gegeben hat. Was an neuen Formaten braucht es denn in Linz?

Claudia Hutterer: Ja, da waren gute Ansätze und neue Formate sichtbar. Was ich dazu positives anmerken möchte ist, dass das Projekt „I like to move it move it“ ja auch jetzt noch in kleinerer Form für Schulen zugänglich ist. Es gibt den Verein kukusch, der von den Verantwortlichen des Projekts bei Linz09, weiterbetrieben wird und für innovative Kunst- und Kulturvermittlung in den Schulen sorgt. Eine sehr positive Entwicklung. Kunst- und Kulturvermittlung ist ein sehr großes Feld. Bis jetzt habe ich ausschließlich über die personale Kunst- und Kulturvermittlung an unseren Museen und Ausstellungshäusern gesprochen. Freie Kunst- und Kulturvermittlungsprojekte, ohne musealen Hintergrund öffnet ein anderes Feld der Vermittlung: andere Zielgruppen, Rahmenbedingungen, andere Inhalte. Die Kunst- und Kulturvermittlung an Institutionen kann sehr von freien Projekten profitieren, wie ja das Beispiel der Kulturlotsinnen bestens demonstriert. Trotzdem finde ich es in erster Instanz sehr wichtig, die Kunst- und Kulturvermittlung der Museen und Ausstellungshäuser auf ein Qualitätslevel zu bringen. Es besuchen hunderte, tausende SchülerInnen unsere Museen und es ist total wichtig, dass die gute, qualitätsvolle Erfahrungen damit haben. Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres gab es im Lentos ein sehr tolles Projekt. Es wurden unterschiedliche Kulturvermittlungsexperimente entwickelt, ausgeführt und überprüft. Das ist ein innovativer Ansatz, der aber nur etwas bringt, wenn er auf eine gut funktionierende, qualitätsbewusste Basis trifft. Dann können solche Modelle und Ideen fruchten. Das halte ich für extrem wichtig, dass da Ressourcen von Experimenten nicht verpuffen, sondern an eine vorhandene Basis ankoppeln können. Wenn die Basis gut funktioniert, dann würde ich in einem zweiten Schritt, in die Entwicklung der Methoden und Formate der Kunst- und Kulturvermittlung investieren und arbeiten. Wenn man beispielsweise so ein Format wie die Kindermuseen ansieht, wo wirklich am Objekt vermittelt wird, dann ergeben sich neue Ansätze, was das Themenfeld ganzheitliches Lernen betrifft. Manchmal tauchen wirklich interessante Blitzlichter in den Museen auf, aber es gibt keine Kontinuität auf die aufgebaut werden kann. Davon sind wir weit entfernt!

Weil es keinen programmatischen Schwerpunkt gibt und weil es keinen Rahmenplan gibt?

Claudia Hutterer: Genau. Und weil es zuwenig Personal und Budget gibt.

Neue Infrastruktur, neue Formate. Wie beurteilst du die vorhandene kulturelle Infrastruktur in Linz? Inwieweit siehst du noch quantitativen oder qualitativen Ausbaubedarf?

Claudia Hutterer: In Bezug auf Kunst- und Kulturvermittlung sehe ich schon Bedarf, aber das habe ich eh schon ausführlich beschrieben. Kunst und Kultur hat einen Stellenwert in Linz. Das ist sichtbar und auch positiv zu beurteilen. Manchmal hab ich das Gefühl, dass man mehr auf Quantität setzt, als auf Qualität.

Wie steht es um Formate wie Festivals und Biennalen in Linz: zu viele, genau richtig, zu wenige?

Claudia Hutterer: Ich persönlich fühle mich vom kulturellen Angeboten überrollt. Es ist mir unmöglich, alles zu konsumieren, oder zu besuchen, was mich interessiert. Das hat positive und negative Aspekte. Positiv ist die Auswahlmöglichkeit und die enorme Entwicklung, die dahinter steht, negativ, dass ich mich im Überangebot oft nicht mehr zurechtfinde und manchmal den Überblick verliere. Wenn man sich darauf einlässt, könnte man phasenweise in einen richtigen Kulturrausch versinken. Da ist man halt als Konsument gefordert, wie überall anders auch. Was mir aber in diesem Zusammenhang schon unangenehm auffällt, ist dass die Kunst- und Kulturangebote teilweise sehr zur Eventkultur mutieren. Natürlich erreicht man da ein breites Publikum, aber umso mehr ist dabei die Kunst- und Kulturvermittlung gefordert. Wenn ich mir das Freizeitverhalten der Kinder ansehe, dann spielt sich viel in den Einkaufszentren ab. Natürlich werden die Kinder von den Erwachsenen mitgenommen. Aber umso wichtiger ist es Gegenstrategien zu entwickeln, die eben auch für Zielgruppen attraktiv sind, die vorwiegend ihre Freizeit in den Shoppingcentern verbringen. So ein Kindermuseum mit einem qualitativ guten Programm könnte da schon Abhilfe leisten. Dazu braucht es aber Kontinuität, einen langen Atem und kluge Köpfe und Zusammenarbeit mit Schulen.

Wenn du Kindermuseum sagst, dann assoziiert man das in erster Linie mit dem Zoom. In diese Richtung etwas oder ganz anders?

Claudia Hutterer: Es gibt unterschiedliche Modelle von Kindermuseen. Ich habe eine Ausbildung in diese Richtung in Deutschland gemacht, weil es diesbezüglich in Österreich nichts gibt. Ich habe mir viele Kindermuseen in der Schweiz und in Deutschland angesehen und sie funktionieren sehr unterschiedlich. Ich finde das Zoom ein sehr tolles Kindermuseum, denke aber dass es auf den Standort und das Umfeld in Linz abgestimmt sein muss.

Angenommen, es gibt dann diese Infrastruktur und dann gibt es dazu ein hochqualitatives Format, irgendein Kinderkulturfestival als solches. Würde dir da etwas Vergleichbares im deutschsprachigen Raum besonders zusagen?

Claudia Hutterer: Festivals funktionieren gut, wenn es eine Kontinuität dahinter gibt. Begeisterte TheaterbesucherInnen von Schäxpir können nach dem Festival das Theater des Kindes, oder das Jugendtheater im U-Hof, oder die eine oder andere Aufführung im Landestheater besuchen. Im bildenden Bereich bräuchte ein Kinderkulturfestival auch eine Basis auf die es zurückgreifen könnte. In Deutschland beispielsweise gibt es die Kunstschulen. Die funktionieren so wie bei uns die Musikschulen, nur auf bildende Kunst. Das halte ich für extrem wichtig, dass man so etwas macht. Es hat immer wieder Initiativen gegeben, auch in Linz, da etwas zu machen, auch zum Beispiel an die bestehenden Strukturen der Musikschulen anzuknüpfen und dort den gestalterischen Bereich zu integrieren. Das ist immer alles gescheitert, aus unterschiedlichen Gründen. Aber ich halte das für extrem wichtig, dass man sich überlegt, solche Formate auch nach Österreich und auch nach Linz zu bringen. Die KinderKreativUni ist ein kontinuierliches Angebot, aber es muss natürlich insgesamt noch ausgebaut werden.

Das passt für den Übergang zum nächsten Themenbereich. Schule, Bildung, Wissenschaft. Wenn man diesen Bereich der außerschulischen Bildungsarbeit, der von Musikschulen, über Jugendzentren und Jugendklubs bis hin zu anderen Angeboten reicht, näher betrachtet. Abgesehen von der Musikschule, das hast du gerade angesprochen, wie schätzt du die Situation in diesem Bereich in Linz ein? Ist dir da irgendetwas in der letzten Zeit aufgefallen, wo du sagen würdest, da wäre noch Potenzial drinnen, um Kinder und Jugendliche in diesem außerschulischen Bereich näher an Kunst und Kultur heran zubringen?

Claudia Hutterer: Wenn Kinder gut an Kunst und Kultur angebunden wurden, dann sind es Jugendliche auch. Was allerdings ein Problem ist, ist die Alterstufe von 13 bis 15 Jahren. Da gibt es viel zu wenige Angebote. Eben gerade keine Kinder mehr, aber Jugendliche auch noch nicht ganz. Ich glaube, dass es extrem wichtig ist, dass man das Thema Kunst und Kultur auf einer ganz fundierten Basis, nämlich im eigenen Tun verankert. Wenn ich selbst als Kind mit Freude eigene Bilder produziert habe oder dreidimensional gearbeitet habe, ohne dass sich irgendjemand in meinen Ausdruck gemischt hat, dann ist das die beste Voraussetzung, dass ich mich überhaupt öffnen kann für den Ausdruck einer KünstlerIn. Da fängt die Kunst- und Kulturvermittlung an, das ist die Basis. Und die muss eben im Kindergarten, im Hort, aber natürlich auch in der Schule funktionieren und darum glaube ich, dass es wichtig ist, dieses Thema in der Ausbildung zu verankern. Da ist einiges an Umdenken notwendig, da die Praxis noch auf Modelle zurückgreift, in denen auch die Kreativitätserziehung mit Anweisungen verbunden ist.

Und wie sieht es im großen Bereich der Schulen selbst aus?

Claudia Hutterer: In den Schulen selbst gibt es natürlich auch Formate, die bereits funktionieren. In der Schweiz gibt es ganz tolle Modelle, wo Handlungsräume, frei von Anweisungen, für Kinder im Kreativsektor installiert wurden und wirklich tolle Ergebnisse vorzuweisen sind. Da steckt natürlich auch eine pädagogische Haltung dahinter. Das Modell der Ganztagsschulen hat ein enormes Potential, Kinder und Jugendliche an Kunst- und Kultur heranzuführen. In Deutschland beispielsweise, übernehmen die Kunstschulen mit ihrem Know-how teilweise den Nachmittag, aber auch die Arbeit mit Kunst- und Kulturinstitutionen kann durch die Ganztagsschule in ganz neuer Form ausgebaut werden.

Vor lauter Kinder und Jugendlichen haben wir die älteren Semester ein bisschen aus dem Blick verloren, aber sie sind natürlich auch eine wichtige Gruppe in der Kunst- und Kulturvermittlung. Der große Bereich der Erwachsenenbildung, von Volkshochschule, bfi, WIFI, Bildungszentren bis hin zur Arbeiterkammer und zum Gewerkschaftsbund. Was ist dir da aufgefallen, wo könnte man da noch ansetzen, was könnte man da noch machen?

Claudia Hutterer: Die Erwachsenenbildung ist gut ausgebaut. Es gibt umfassende Angebote auch am kulturellen Sektor. Vielleicht könnte man bessere Synergien, zwischen den Erwachsenenbildungseinrichtungen und den Kunst- und Kulturinstitutionen schaffen. In Aus- und Weiterbildung, aber auch in gemeinsamen Projekten. Aber auch die Einbindung von Kunst- und Kulturvermittlung in die Arbeitswelt hat ein enormes Potenzial, und es gibt sehr spannende Ansätze. In England gibt es Projekte, wo man Taxifahrer als Kunst- und Kulturvermittler ausgebildet hat, da die sehr viel Zeit mit den Gästen im Auto verbringen. Linz09 hatte einen ähnlichen Ansatz.

Eine Frage hätte ich noch. Welche Maßnahmen sollte die Stadt Linz deiner Meinung nach setzen, um die Verbindung des Kunst- und Kulturbereichs mit dem Wissenschaftsbereich zu stärken?

Claudia Hutterer: Die Wissenschaftsvermittlung funktioniert unter ähnlichen Gesichtspunkten wie die Kunst- und Kulturvermittlung. Die Stadt Linz könnte den Kepler Salon besser unterstützen, der stellt ja eine hervorragende Plattform der Wissenschaftsvermittlung und Kunst- und Kulturvermittlung dar. Im Museums- und Ausstellungsbetrieb ist es wichtig, dass Wissenschaft, Gestaltung und Vermittlung von Anfang an in der Ausstellungskonzeption ein Team bilden. So kann ein für die BesucherIn gutes Ergebnis erzielt werden.

Das passiert in Linz zu wenig. Bei den Häusern sind die Ausstellungen zu 95 % fertig und dann kommt noch die Frage, wie können wir das vermitteln?

Claudia Hutterer: Viele Ausstellungen sind noch nicht fertig und die Kunst- bzw. Kulturvermittlung ist aber trotzdem in die Entwicklung nicht eingebunden. Dabei würde die Vermittlung so viel effizienter arbeiten und sich auch besser entwickeln können. Ich finde es ist als BesucherIn gut zu erkennen, ob die Vermittlung in der Ausstellungskonzeption dabei war, oder ob sie draufgesetzt wurde.

Herzlichen Dank.

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